{"id":118,"date":"2016-07-04T16:49:10","date_gmt":"2016-07-04T14:49:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/?p=118"},"modified":"2019-03-06T02:35:02","modified_gmt":"2019-03-06T01:35:02","slug":"21-last-exit-bavaria","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/2016\/07\/04\/21-last-exit-bavaria\/","title":{"rendered":"21. Last Exit Bavaria"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: left;\"><strong>Verbeugung vor dem \u201eGro\u00dfen Vorsitzenden\u201c (FJS) 1980<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Trotz meiner langj\u00e4hrigen intimen Beziehungen zur Partei war ich nicht der CSU beigetreten. Aus der Landesleitung und aus dem CSU-Landesvorstand hatte es durchaus Signale und Offerten gegeben, mich nach Bayern zu berufen. Ich hatte aber als \u201efreischwebender\u201c Wissenschaftler im Sinne von Karl Mannheim meine Unabh\u00e4ngigkeit bewahren und auf Distanz bleiben wollen. Gegen Ende der 1970er Jahre, als meine Zeitvertr\u00e4ge endg\u00fcltig ausliefen, belastete die berufliche Ungewissheit meine Familie so stark, dass es um meine Prinzipientreue geschehen war. Sollte ich es als Parteiloser riskieren, in der Wissenschaft keinen angemessenen Platz zu finden und gezwungen sein, in ein anderes Berufsfeld \u00fcberzuwechseln? Oder sollte ich nun doch auf die Signale aus der CSU reagieren und mich politisch arrangieren? Ich kam an den existenziellen Punkt, wo Menschen korrumpierbar werden. Einer Organisation oder Institution nicht aus innerer \u00dcberzeugung beizutreten, sondern aus Beweggr\u00fcnden des materiellen \u00dcberlebens und einer wissenschaftlichen Karriere willen, galt gemeinhin als opportunistische Handlungsweise, obschon sie gang und g\u00e4be war. Da ich aber die Verdienste der CSU auf Bayerns Weg in die Moderne zu sch\u00e4tzen und zu w\u00fcrdigen wusste, hielt ich es nicht f\u00fcr reine opportunistische Anbiederung, mich mit wissenschaftlichen Beitr\u00e4gen gef\u00e4llig zu zeigen. Als mich 1977 die Landesleitung der CSU bat, f\u00fcr die politische \u00d6ffentlichkeitsarbeit der Partei ein Portr\u00e4t der CSU zu verfassen, \u00fcbernahm ich diesen Auftrag und publizierte zusammen mit dem damaligen Landesgesch\u00e4ftsf\u00fchrer der CSU Manfred Baumg\u00e4rtel die Brosch\u00fcre \u201ePortr\u00e4t einer Partei.\u201c Ich bedingte mir f\u00fcr meine Person allerdings Anonymit\u00e4t aus, um in Berlin nicht noch mehr in berufliche Schwierigkeiten zu geraten. Die Brosch\u00fcre erlebte 1981 eine erweiterte Neuauflage. Sollte ich nun in der beruflichen Sackgasse Berlins nicht doch die bayerische Karte ziehen? Am Berliner Zentralinstitut f\u00fcr sozialwissenschaftliche Forschung waren 1977\/78 &#8211; nicht zuletzt aus politischen Gr\u00fcnden \u2013 Personalentscheidungen zu meinem Nachteil gefallen. Ich sah mich gezwungen, mich anders zu orientieren, denn ich war inzwischen \u00fcber vierzig Jahre alt und musste eine f\u00fcnfk\u00f6pfige Familie versorgen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">1979 lud mich Dr. Friedrich Zimmermann, der Vorsitzende der CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag, dazu ein, mich mit einem Beitrag an der Festschrift zum 65. Geburtstag von Franz Josef Strau\u00df (1980) zu beteiligen. Mit meinem Aufsatz \u00fcber \u201eFranz Josef Strau\u00df und die CSU-Landesgruppe im Deutschen Bundestag\u201c \u00fcberschritt ich die Grenzlinie von freundlicher Distanz zur \u00f6ffentlichen Laudatio. Meine Hommage leitete ich mit folgenden Worten ein:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eFranz Josef Strau\u00df: Vorsitzender einer autonomen bayerischen Landespartei mit bundesweitem politischen Anspruch, Bayerischer Ministerpr\u00e4sident und Kanzlerkandidat der CDU\/CSU \u2013 schon diese drei politischen Positionen und Rollen und deren Gleichzeitigkeit kennzeichnen eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Pers\u00f6nlichkeit in einer besonderen politisch-historischen Situation und Konstellation. Franz Josef Strau\u00df verk\u00f6rpert in diesen Rollen geschichtliche Kontinuit\u00e4t und Eigenwilligkeit des Freistaates Bayern und dessen historisch begr\u00fcndeten Mitspracheanspruch und Gestaltungsauftrag in der deutschen und europ\u00e4ischen Politik. Darauf muss gerade deshalb nachdr\u00fccklich hingewiesen werden, weil Strau\u00df durch seine wirkungsvollen, kr\u00e4ftigen Metaphern f\u00fcr tagespolitische Reizungen sorgt, die in weiten Teilen der Bundesrepublik Deutschland fast jedermann unf\u00e4hig machen, \u00fcber den Vorsitzenden der CSU sine ira et studio zu sprechen. Es fehlt auch der Abstand zu seiner Zeit und seiner Politik. Wir Zeitgenossen stehen ihm alle noch zu nahe, in der Bewunderung wie in der Ablehnung. Erst in der historischen Perspektive der \u201eSache\u201c haben auch die Schatten seines Bildes das Kolorit, die eigentliche kompositorische Betonung und Bedeutung, so dass er nicht wie ein machtbesessener, bulliger D\u00e4mon wirkt, als den ihn seine Gegner und Feinde karikieren. In der Person von Franz Josef Strau\u00df verdichten und manifestieren sich Eigenwilligkeit, Mitspracheanspruch und Gestaltungsauftrag Bayerns so kraftvoll wie in keiner anderen Pers\u00f6nlichkeit dieses Bundeslandes nach 1945. Seine zutiefst bayerische Existenz pr\u00e4gt ihn auch als Europ\u00e4er und beides bestimmt seine Rolle als deutscher Politiker.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Zu diesen Ausf\u00fchrungen zur politischen Rolle von Strau\u00df stehe ich auch heute noch. Auf der offiziellen Geburtstagsfeier in Bonn kam ich mit Strau\u00df, der sich f\u00fcr meinen Beitrag bedankte, ins Gespr\u00e4ch. Nat\u00fcrlich hatten Berliner Wissenschaftskreise, Kollegen und linke Gruppen meine Verbeugung vor dem \u201eGro\u00dfen Vorsitzenden\u201c beobachtet und emp\u00f6rt reagiert. Linke Aktivisten bezeichneten meinen Beitrag als eine \u201epolitische Schweinerei\u201c, als \u201eeine \u201einhaltlich miese Schreibe\u201c und dergleichen mehr. Mintzel schien endlich als ein verkappter CSUler entlarvt zu sein. An der Freien Universit\u00e4t Berlin zirkulierten Kopien meines Festschrift-Artikels. Einschl\u00e4gige FU-Zirkel unkten, ich h\u00e4tte jenseits der Mainlinie keine beruflichen Chancen mehr. Da ich zu dieser Zeit die Vertretung des Lehrstuhls von Rudolf Wildenmann in Mannheim innehatte, blieb ich von direkten pers\u00f6nlichen Zusammenst\u00f6\u00dfen der aufgeheizten Berliner Wissenschaftsszene auf mich verschont, aber ich musste mit gravierenden Auswirkungen auf meine wissenschaftliche Karriere rechnen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-625 size-large\" src=\"https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/21_001-700x1005.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"1005\" srcset=\"https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/21_001-700x1005.jpg 700w, https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/21_001-209x300.jpg 209w, https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/21_001-768x1103.jpg 768w, https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/02\/21_001-800x1149.jpg 800w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><em>Aufruf des Anti-Strau\u00df-Komitees an der Freien Universit\u00e4t Berlin und anderer Gruppen zum CDU-Parteitag am 19. Mai 1980 in Berlin<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Pokerspiele um Professuren<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Es gab unter den etablierten Kollegen immer auch besonnene K\u00f6pfe, die nach wie vor meine Bewerbungen auf westdeutsche Professuren mit Gutachten unterst\u00fctzten, so auch meine Bewerbung vom Jahre 1979 auf eine C4-Professur im Fach Soziologie an der Hochschule der Bundeswehr in M\u00fcnchen. Um die beschr\u00e4nkte Zahl an Professuren aller R\u00e4nge gab es insbesondere in den gesellschafts- und politikwissenschaftlichen Bereichen ein hoch politisiertes Bewerbergerangel. An meinen prall gef\u00fcllten Leitzordnern, alten Aufzeichnungen und Korrespondenzen l\u00e4sst sich ablesen, wie konfliktreich, risikant, langwierig und zerm\u00fcrbend es in den 1970er und 1980er Jahren zuging, bis man nach arbeitsintensiven Forschungsjahren und vielen Zeitvertr\u00e4gen das Gl\u00fcck hatte, endlich auf eine Professur berufen zu werden. Es bedurfte einer hohen psychischen Stabilit\u00e4t, gro\u00dfer ehepartnerlicher Unterst\u00fctzung, einer wahren Leidenschaft f\u00fcr die Wissenschaft, sowie eisernen Arbeitsdisziplin und einer geradezu verbissenen Zielorientierung, um bis zur Belohnung mit einer Professur durchzuhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Meine Bewerbung an die Hochschule der Bundeswehr M\u00fcnchen hatte sich schon \u00fcber ein Jahr hingezogen. Der Erstplatzierte, ein bereits etablierter Hochschullehrer, hatte hoch gepokert, das Bundesministerium f\u00fcr Verteidigung hingehalten, \u00fcber seine Absichten im Unklaren gelassen, um in Verhandlungen mit einer Universit\u00e4t seiner Pr\u00e4ferenz g\u00fcnstigere Bedingungen zu erwirken. Wie dem auch immer gewesen sei, Prof. Dr. Peter Weingarts Spiel dr\u00e4ngte mich in eine strapazi\u00f6se Warteposition. Es war in diesen Rangspielen um Professuren \u00fcblich, die eine Berufung gegen eine andere auszuspielen, um eine besser dotierte Professur zu ergattern. Zweit- und Drittplatzierte hingen so lange in der Luft, bis der Kandidat sich endlich entschieden hatte. Wenig sp\u00e4ter unterbanden neue Verordnungen diese Pokerspiele, die jungen Mitbewerbern zum existenziellen Verh\u00e4ngnis werden konnten.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Nachdem der Erstplatzierte Anfang des Jahres 1981 wie erwartet den Ruf nach M\u00fcnchen abgelehnt hatte, war ich als Zweitplatzierter am Zug. Ich fuhr nach Bonn, um im Verteidigungsministerium den Ruf anzunehmen. Kaum war ich in die Verhandlungen \u00fcber die M\u00fcnchner C4-Professur eingetreten, fand ich in der Presse die Ausschreibung eines Lehrstuhls f\u00fcr Soziologie an der Universit\u00e4t Passau. Prof. Dr. Heinrich Oberreuter, der inzwischen dort auf den Lehrstuhl f\u00fcr Politikwissenschaft berufen worden war, wollte einen der Top Ten der Parteienforschung f\u00fcr die Universit\u00e4t Passau gewinnen. Er signalisierte mir, dass ich echte Chancen h\u00e4tte. Mit meiner Bewerbung auf den Passauer Lehrstuhl musste ich mich jedoch auf ein aufregendes, hochriskantes Vabanquespiel einlassen. Nun z\u00f6gerte auch ich die Entscheidung in der Berufung nach M\u00fcnchen so lange hinaus, bis ein Ruf nach Passau einigerma\u00dfen sicher erschien. Die Passauer Berufungskommission wollte und konnte mich erst auf den ersten Listenpatz setzen, nachdem ich den Ruf an die M\u00fcnchner Hochschule der Bundeswehr endg\u00fcltig abgesagt hatte. Noch Ende Mai 1981 war, wie ein Brief des damaligen Generalsekret\u00e4rs der CSU bezeugt, die CSU-F\u00fchrung davon ausgegangen, dass ich den Ruf nach M\u00fcnchen annehmen und nach Bayern zur\u00fcckkehren w\u00fcrde. Unter seinem offiziellen Briefkopf schrieb Generalsekret\u00e4r Edmund Stoiber am 26. Mai 1981 an mich:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eSehr geehrter Herr Professor Mintzel,<br \/>\nzu Ihrer Berufung an die Bundeswehrhochschule in M\u00fcnchen darf ich Ihnen meine herzlichsten Gl\u00fcckw\u00fcnsche aussprechen. Ich freue mich pers\u00f6nlich sehr dar\u00fcber, dass die gemeinsamen Bem\u00fchungen jetzt endg\u00fcltig Erfolg hatten und Sie in ihrer bayerischen Heimat an einer Hochschule lehren k\u00f6nnen. Ich hoffe, dass die \u00fcber Jahre hinausgehende gute und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen Ihnen und der CSU auch in Zukunft fortgesetzt wird.<br \/>\nMit freundlichen Gr\u00fc\u00dfen Ihr Dr. Edmund Stoiber.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Mir waren zwar hintergr\u00fcndige Kommunikationsnetze und Entscheidungskan\u00e4le zwischen beteiligten Institutionen und die Einflussnahme gewisser Personen nicht ganz verborgen geblieben, aber diese direkte parteiamtliche Offenheit des Generalsekret\u00e4rs erstaunte mich doch sehr. Seine Einladung zu einer f\u00fcr beide Seiten gedeihlichen Kooperation war un\u00fcberh\u00f6rbar und best\u00e4tigte aufs Neue die hohe Aufmerksamkeit, die meine Forschungen und Publikationen in der CSU-F\u00fchrung gewonnen hatten. Dieser parteiamtliche Willkommens-Brief lie\u00df mich im Sommer 1981 hoffen, dass die Bewerbung auf die Passauer Professur f\u00fcr Soziologie wirklich zu meinen Gunsten ausgehen k\u00f6nnte. W\u00e4re zwischen meiner Absage und dem Passauer Prozedere etwas dazwischengekommen, etwa eine politische Indiskretion, Intrige oder Denunziation, h\u00e4tte ich am Ende beide Chancen verspielt gehabt. Ich arbeitete auf politisch zeitnahen, hoch sensiblen Forschungsfeldern, die zu Fallgruben werden konnten. Erst am 22. September 1981 ging die mental strapazi\u00f6se Wartezeit zu Ende. Dennoch erschrak ich \u00fcber Stoibers \u201eOfferte\u201c. Mich ergriff unterschwellig eine Furcht, meine Selbstbestimmung als freischwebender, parteiunabh\u00e4ngiger Wissenschaftler zu verlieren. Ich antwortete nicht, bedankte mich nicht einmal f\u00f6rmlich. Selbstdeutung und Selbstbestimmung kollidierten mit der Fremdwahrnehmung. In der CSU-F\u00fchrung schien man mich aufgrund meiner Publikationen und meiner Auftritte als einen der ihren wahrzunehmen. Auf keinen Fall wollte ich in einen politischen Parteidienst treten, der es mir erschwert h\u00e4tte, mit den oppositionellen Kr\u00e4ften im Bayerischen Landtag als Sozialwissenschaftler und Forscher in Kontakt zu bleiben. Ich hatte ja nicht vor, nur eine politische Geschichte der CSU vorzulegen, sondern eine breit angelegte, sozialwissenschaftlich konzipierte Gesellschafts- und Staatsgeschichte Bayerns nach 1945 zu erarbeiten. Diesen Arbeitsplan glaubte ich eher auf dem Passauer Lehrstuhl f\u00fcr Soziologie als an der Bundeswehrhochschule in M\u00fcnchen verwirklichen zu k\u00f6nnen. Dass die besonderen Verh\u00e4ltnisse und lehrbetrieblichen Anforderungen an der Passauer Philosophischen Fakult\u00e4t diesen ehrgeizigen Plan letztendlich zunichtemachten, erkannte ich erst sp\u00e4ter. Es blieb leider bei fragmentarischen Ans\u00e4tzen und Entw\u00fcrfen, wie sie 1998 in meiner letzten gr\u00f6\u00dferen Studie \u00fcber \u201eDie CSU-Hegemonie in Bayern. Strategie und Erfolg. Gewinner und Verlierer\u201c sichtbar wurden. Die von Edmund Stoiber erhoffte \u201egute und erfolgreiche Zusammenarbeit\u201c blieb allerdings bis Ende der 1980er Jahre zumindest auf kleiner Flamme m\u00f6glich. Die CSU-F\u00fchrung und die Hanns-Seidel-Stiftung luden mich wiederholt zu Referaten und Expertisen ein. Erst mit Beginn der 1990er lie\u00dfen der von mir angezettelte Streit \u00fcber die \u201eMaria vom Siege\u201c im Logo der Universit\u00e4t Passau, meine kritischen Stellungnahmen zum bayerischen Kruzifix-Streit und andere politische Signale erkennen, dass ich kein CSUler war. Insbesondere zentrale Fragen des Verh\u00e4ltnisses zwischen Staat und r\u00f6misch-katholischer Kirche in Bayern f\u00fchrten im w\u00f6rtlichen Sinne zu Auseinandersetzungen. Ihre hintergr\u00fcndigen, oder sollte ich besser sagen, ihre untergr\u00fcndigen Anl\u00e4sse, gab es bereits bei meiner Berufung an die Universit\u00e4t Passau.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Berufung auf den Lehrstuhl f\u00fcr Soziologie und Amtsantritt an der Universit\u00e4t Passau 1981<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">M\u00fcnchen oder Passau hatten ganz unterschiedliche Optionen bedeutet. W\u00e4hrend ich mich an der Hochschule der Bundeswehr in feste und eingefahrene Strukturen h\u00e4tte einpassen m\u00fcssen, stand mir nun in Passau die Aufgabe bevor, das Fach Soziologie vom Nullpunkt an aufzubauen. Vom Bleistift bis zur Promotionsordnung musste alles beschafft, organisiert und entwickelt werden. Der Gestaltungsfreiraum war zwar eng, der Neuaufbau eines Studienfaches aber doch eine anspruchsvolle Aufgabe. Als einziger Fachvertreter trug ich die Gesamtverantwortung f\u00fcr das Fach &#8211; eine au\u00dfergew\u00f6hnliche Ausgangssituation. Ich musste das Fach in das Gesamtgef\u00fcge der Philosophischen Fakult\u00e4t einf\u00fcgen und die Dienstleistungen in der Lehre mit anderen Studieng\u00e4ngen abstimmen und koordinieren.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Berufung und Aufnahme der Amtsgesch\u00e4fte waren, so m\u00f6chte man gern glauben, letztendlich gut und glatt \u00fcber die akademische B\u00fchne gegangen. Das war der vordergr\u00fcndige, universit\u00e4ts\u00f6ffentliche Gang der Dinge. Es gab allerdings noch einen hintergr\u00fcndigen, f\u00fcr mich unsichtbaren Vorgang, von dem ich lange keine Kenntnis hatte. Was war hinter den Kulissen vor sich gegangen?<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Der Passauer Ausschreibungstext hatte, was die Formalien anbelangte, kein Hindernis erkennen lassen. Das ausgeschriebene fachliche Profil entsprach meinem wissenschaftlichen Werdegang und meinen Forschungsgebieten. Ich wurde nach der \u00fcblichen Vorauswahl im Juni 1981 zur obligatorischen K\u00fcr eingeladen und stellte mich der Berufungskommission mit einem Vortrag \u00fcber \u201eAns\u00e4tze und Probleme der Erforschung regionaler gesellschaftlicher und politischer Prozesse\u201c vor. Da in der neugegr\u00fcndeten Universit\u00e4t Passau noch kein Fachvertreter vor Ort war, hatte das Urteil ausw\u00e4rtiger Gutachter gro\u00dfes Gewicht. Wieder war es Rainer M. Lepsius, der als externes Mitglied der Berufungskommission f\u00fcr mich eine Lanze brach. Ich formuliere es vorsichtig: Er hatte zumindest nichts dagegen einzuwenden, mich auf Platz Eins der Berufungsliste zu setzen. Heinrich Oberreuter hielt die Laudatio auf den Wissenschaftler Mintzel und stellte ihn als einen hervorragenden Parteienforscher mit dem Schwerpunkt auf der Politischen Soziologie vor. Danach ging alles sehr rasch, weil die Universit\u00e4t Passau sichergehen wollte, dass mit dem Lehrbetrieb im Fach Soziologie schon zum Wintersemester 1981\/82 begonnen werden konnte. Am 22. September 1981 erhielt ich den Ruf nach Passau. Am 16. November 1981 wurde ich vereidigt. Als erster Fachvertreter f\u00fcr Soziologie geh\u00f6rte ich zur Gr\u00fcndergeneration der Universit\u00e4t Passau. Im Alter von 46 Jahren stand ich nun zum ersten Mal in einer Berufs- und Einkommenssituation, die \u00fcberhaupt eine l\u00e4ngerfristige Lebensplanung erm\u00f6glichte und mich bei Banken kreditw\u00fcrdig machte. Ich hatte selbst erlebt, wie Ehen und Familien an den unsicheren Berufsverh\u00e4ltnissen des Wissenschaftsbetriebes gelitten hatten und zerbrochen waren. Meine eigene Familie hingegen, meine Frau und unsere drei T\u00f6chter, Anne Katharina (geb. 1968), Theresa Florentine (geb. 1971) und Caroline Isabel (geb. 1975), waren nun finanziell abgesichert. Nach einer langen Zeit der Provisorien konnten meine Frau und ich zum ersten Mal einen normalen Hausstand gr\u00fcnden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201e<strong>Um Gotteswillen, was machen wir jetzt?\u201c\u2013 Entbindung vom Konkordat<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Im Ablauf von Bewerbung, Berufung und Amtsaufnahme gab es merkw\u00fcrdige, um nicht zu sagen dubiose Ereignisse, die sich nachhaltig auswirken sollten. Nachdem ich meine Bewerbungsunterlagen nach Passau gesandt hatte, war nach einiger Zeit aus Passau universit\u00e4tsamtlich telefonisch gefragt worden, ob ich katholisch sei. Als ich die Frage verneinte, konnte ich eine gewisse Best\u00fcrzung heraush\u00f6ren. Sinngem\u00e4\u00df h\u00f6rte sich das etwa so an: \u201eUm Gotteswillen, was machen wir jetzt!?\u201c Ich hatte mir keinen Reim auf diese unerwartete Frage machen k\u00f6nnen. Augenblicklich waren Klischeevorstellungen wachgerufen worden. Muss man katholisch sein, um nach Passau berufen werden zu k\u00f6nnen? Kaum war ich vereidigt, ereignete sich eine zweite Merkw\u00fcrdigkeit. Der Weihbischof von Passau lud mich \u2013 privatissime oder halbamtlich oder gar hochamtlich? \u2013 zu einem gemeinsamen Mittagessen ins Altstadtrestaurant K\u00f6nig ein. Ich musste eine letzte amtliche Sitzung an der Freien Universit\u00e4t Berlin absagen, um die Einladung von Weihbischof Franz Xaver Eder annehmen zu k\u00f6nnen. Als ich im Telefongespr\u00e4ch nach Berlin den Grund meiner Absage nannte, h\u00f6rte ich am anderen Ende der Leitung ein schallendes Gel\u00e4chter. F\u00fcr die Ohren von Berliner Kollegen h\u00f6rte sich der Grund geradezu absurd an. Die Einladung von Hochw\u00fcrden war meine erste amtliche Einladung in Passau \u201eau\u00dferhalb\u201c der Universit\u00e4t. War es in Passau \u00fcblich, dass neu berufene Professoren vom Bischof begr\u00fc\u00dft wurden? Ich folgte der bisch\u00f6flichen Einladung und lernte Franz Xaver Eder als einen weltoffenen, besonnenen und angenehmen Gespr\u00e4chspartner kennen, der sich f\u00fcr soziologische Themen und Fragestellungen zu interessieren schien. Einen speziellen Grund f\u00fcr seine Einladung nannte er nicht. Nach einem freundlichen und angeregten Gespr\u00e4ch am Mittagstisch ging jeder seinen Weg zur\u00fcck an seinen Arbeitsplatz. Doch blieb es nicht bei dieser Merkw\u00fcrdigkeit. Noch im Jahre 1981 erhielt ich aus dem Vatikan ein Schreiben der Glaubenskongregation, in dem ich aufgefordert wurde, mich zu meinem (angeblich katholischen) Glauben und zu meiner Lebensf\u00fchrung zu \u00e4u\u00dfern. Als Wissenschaftler standen mir die Haare zu Berge, erst recht als konfessionsloser Kulturprotestant. Dass das Finanzamt bei seinem n\u00e4chsten Einkommensbescheid wie selbstverst\u00e4ndlich die katholische Kirchensteuer einbehalten hatte, passte zur Wahrnehmung, in Passau m\u00fcsste alles zun\u00e4chst einmal katholisch geregelt werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone wp-image-654 size-large\" src=\"https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/21_b_001-700x438.jpg\" alt=\"\" width=\"700\" height=\"438\" srcset=\"https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/21_b_001-700x438.jpg 700w, https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/21_b_001-300x188.jpg 300w, https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/21_b_001-768x481.jpg 768w, https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/21_b_001-800x501.jpg 800w, https:\/\/www.prof-dr-alf-mintzel.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2019\/03\/21_b_001.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 700px) 100vw, 700px\" \/><em>Kein Hinweis auf konfessionelle Voraussetzungen: Stellenausschreibung auf die C4-Professur f\u00fcr Soziologie, Anfang 1981 <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">In der Passauer Stellenausschreibung der C4-Professur f\u00fcr Soziologie hatte es nicht den geringsten Hinweis auf eine religi\u00f6s-konfessionelle Beschr\u00e4nkung gegeben. Ich h\u00e4tte mich in diesem Fall erst gar nicht bewerben k\u00f6nnen und selbstverst\u00e4ndlich die Berufung nach M\u00fcnchen angenommen. Was also hatte den dubiosen Ansto\u00df zu den f\u00fcr mich r\u00e4tselhaften Ereignissen gegeben? Jahre sp\u00e4ter kam im so genannten Passauer Madonnen-Streit heraus, dass bei der Stellenausschreibung ein Fehler unterlaufen war, der 1981 zu Komplikationen gef\u00fchrt hatte. Es h\u00e4tte in der Ausschreibung stehen m\u00fcssen: \u201eF\u00fcr die Besetzung der C 4-Stelle gilt Art. \u00a73,5 des Bayerischen Konkordats\u201c. In den Philosophischen Fakult\u00e4ten der bayerischen Universit\u00e4ten waren in der Regel die Lehrst\u00fchle f\u00fcr Philosophie, f\u00fcr Allgemeine P\u00e4dagogik und f\u00fcr Soziologie oder Politikwissenschaft dem Konkordat Bayerns mit dem Heiligen Stuhl unterworfen. Nur Katholiken konnten sich auf diese Lehrst\u00fchle bewerben. Der Bischof hatte das letzte Wort. Sein <em>nihil obstat<\/em>, nichts steht einer Berufung entgegen, entschied \u00fcber die Besetzung. Der Kandidat sollte ein glaubenstreuer Katholik mit sittlichem Lebenswandel sein. In der Stellenausschreibung war auf die Bindung an das Konkordat nicht hingewiesen worden. Die Fakult\u00e4t und die Universit\u00e4tsleitung waren gezwungen, den unterlaufenen Fehler stillschweigend und diplomatisch zu korrigieren. In dieser verzwickten Situation bot sich der Inhaber des konfessionsfreien Lehrstuhls f\u00fcr Politikwissenschaft, Prof. Dr. Heinrich Oberreuter an, die Bindung an das Konkordat zu \u00fcbernehmen und damit meinen Amtsantritt zu erm\u00f6glichen. Oberreuter, eine weltoffene, liberal-konservativ und pragmatisch orientierte Pers\u00f6nlichkeit, war gl\u00e4ubiger Katholik und mit katholischen Pers\u00f6nlichkeiten und Einrichtungen eng vernetzt. Es war eine elegant-pragmatische L\u00f6sung, die mir erst in sp\u00e4teren Jahren hinter vorgehaltener Hand zugefl\u00fcstert wurde. Der entscheidende Formfehler h\u00e4tte vor Gericht zur Annullierung des ganzen Berufungsverfahren und zu einer erneuten Ausschreibung f\u00fchren k\u00f6nnen.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Offiziell best\u00e4tigt wurde der Vorgang erst im Jahre 1990, als ich zusammen mit dem Strafrechtler Prof. Dr. Bernhard Haffke, beim Senat der Universit\u00e4t Passau den Antrag stellte, das Universit\u00e4tsemblem mit der Ikone der \u201eMaria vom Siege\u201c abzuschaffen. Der Universit\u00e4tspr\u00e4sident unterstellte mir, mich 1981 aus opportunistischen Motiven freiwillig diesem Insignum unterstellt zu haben, und sprach mir das Recht ab, nach acht Jahren Amtst\u00e4tigkeit die Abschaffung des Universit\u00e4tsemblems zu verlangen. Ich protestierte amtlich gegen diese Unterstellung und moralische Zurechtweisung. Weil ich damals nicht gewusst hatte, was hinter den Kulissen zu meinem Vorteil geschehen war, konnte ich sp\u00e4ter im Madonnen-Streit die moralische Aufforderung zur\u00fcckweisen, stillzuhalten und eine pers\u00f6nliche L\u00f6sung zu akzeptieren. Die Zusammenh\u00e4nge und Motive meiner Intervention gegen die \u201eMaria vom Siege\u201c waren sehr viel komplexer und tiefgr\u00fcndiger, als es das Oberfl\u00e4chengekr\u00e4usel sichtbar gemacht hatte. Dass die zust\u00e4ndigen Amtstr\u00e4ger und Mitwisser dichthielten, hatte triftige Gr\u00fcnde, die generell mit der Problematik der Konkordatslehrst\u00fchle zu tun hatte.<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\"><strong>Konkordatslehrst\u00fchle und Katholisch-Theologische Fakult\u00e4ten<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Die Universit\u00e4tsleitung h\u00e4tte den Konfliktfall am liebsten zu einem singul\u00e4ren pers\u00f6nlichen Problem eines unbequemen Lehrstuhlinhabers gemacht, einen auf die Person des Lehrstuhlinhabers zugeschnittenen Kompromiss herbeigef\u00fchrt und den Streitfall f\u00fcr erledigt erkl\u00e4rt. Doch ging ihre Strategie nicht auf. Hinter diesen scheinbar singul\u00e4ren Vorg\u00e4ngen und pers\u00f6nlichen Empfindlichkeiten, die f\u00fcr absurde Passauer Kuriosa gehalten werden konnten, die bestenfalls f\u00fcr am\u00fcsante Episoden taugten, wurden religi\u00f6s-konfessionelle Machtverh\u00e4ltnisse und der institutionelle Einfluss der r\u00f6misch-katholischen Amtskirche auf die personelle Ausstattung von Fakult\u00e4ten sichtbar. Die Konkordatslehrst\u00fchle und die Zahl und Ausstattung Katholisch-Theologischer Fakult\u00e4ten an deutschen Universit\u00e4ten waren zu einem \u00f6ffentlichen \u00c4rgernis geworden. Bei den Konkordatslehrst\u00fchlen geht es, wohlgemerkt, nicht um die Besetzung von Professuren in den Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4ten, sondern um Lehrst\u00fchle an konfessionsneutralen staatlichen Universit\u00e4ten. Die Bewerber auf Konkordatslehrst\u00fchle m\u00fcssen dennoch der r\u00f6misch-katholischen Kirche angeh\u00f6ren und sollen Lehrmeinungen vertreten, die der Lehre der katholischen Kirche zumindest nicht widersprechen. Artikel 3 Paragraph 5 des Konkordats zwischen dem Vatikan und dem bayerischen Staat bestimmt:<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">\u201eDer Staat unterh\u00e4lt an den Universit\u00e4ten Augsburg, Erlangen-N\u00fcrnberg, M\u00fcnchen (\u2026), Passau, Regensburg und W\u00fcrzburg sowie an der Gesamthochschule Bamberg in einem f\u00fcr das erziehungswissenschaftliche Studium zust\u00e4ndigen Fachbereich je einen Lehrstuhl f\u00fcr Philosophie, f\u00fcr Gesellschaftswissenschaften und f\u00fcr P\u00e4dagogik, gegen deren Inhaber hinsichtlich ihres katholisch-kirchlichen Standpunktes keine Erinnerung zu erheben ist.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: left;\">Konkret hei\u00dft das im Falle des Freistaates Bayern: An sieben bayerischen Universit\u00e4ten ist die Besetzung von je drei F\u00e4chern, die den Erziehungswissenschaften zugerechnet werden, von der Zustimmung des zust\u00e4ndigen Di\u00f6zesanbischofs abh\u00e4ngig. Mit der Konkordatsbindung werden bei Ausschreibungen konsequenterweise Kandidaten anderer Konfessionen und konfessionslose Bewerber von vorneherein ausgeschlossen. Extremes Beispiel: An der Universit\u00e4t Passau war ein Lehrstuhl der Philosophie an der Katholisch-Theologischen Fakult\u00e4t angesiedelt und somit ohnehin unter kirchlicher Kontrolle. Der zweite Passauer Lehrstuhl f\u00fcr Philosophie geh\u00f6rte zur konfessionsneutralen Philosophischen Fakult\u00e4t, unterstand aber als Konkordatslehrstuhl ebenfalls der katholisch-kirchlichen Kontrolle. Der Einfluss der r\u00f6misch-katholischen Kirche wurde in einigen F\u00e4chern noch durch die personell beschr\u00e4nkte Stellenausstattung verst\u00e4rkt. Es gab keine interkonfessionell konkurrenzoffene Situation, was auch verfassungsrechtlich bedenklich war. Eine gezielte Berufungspolitik konnte ein \u00dcbriges dazu tun, um eine katholische Einf\u00e4rbung der Philosophischen Fakult\u00e4t zu beg\u00fcnstigen. Die \u201eMaria vom Siege\u201c im Logo der Universit\u00e4t bekundete diese fragw\u00fcrdige Tradition. Die Universit\u00e4tsleitung und bestimmte Dekane waren selbstverst\u00e4ndlich nicht daran interessiert, solche hintergr\u00fcndigen Machtverh\u00e4ltnisse und Einflussm\u00f6glichkeiten offen zu diskutieren oder gar zu einem \u00f6ffentlichen Streitfall werden zu lassen. Ihre Devise war, wie sich sp\u00e4ter drastisch herausstellen sollte, strittige Vorg\u00e4nge unauff\u00e4llig abzuwickeln und potenzielle St\u00f6rer und S\u00fcnder wider den Heiligen Geist der Universit\u00e4t in die Ecke zu stellen. Nur wenige durchschauten diese Man\u00f6ver, geschweige denn die Passauer B\u00fcrger, die glaubten, \u201eihre\u201c Madonna verteidigen zu m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Verbeugung vor dem \u201eGro\u00dfen Vorsitzenden\u201c (FJS) 1980 Trotz meiner langj\u00e4hrigen intimen Beziehungen zur Partei war ich nicht der CSU beigetreten. Aus der Landesleitung und aus dem CSU-Landesvorstand hatte es durchaus Signale und Offerten gegeben, mich nach Bayern zu berufen. 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