Neuerscheinungen/Publikationen 2011 - 2013

(1) Alf Mintzel: Von der Schwarzen Kunst zur Druckindustrie.

Die Buchdruckerei Mintzel und ihr Zeitungsverlag. Ein Familienunternehmen in fünf Jahrhunderten. Duncker & Humblot : Berlin 2011. Band I: Vom Dreißigjährigen Krieg bis 1800. Band II: Von 1800 bis zur Gegenwart. Bd. I: Tab., Abb.; XXII, 693 S.; Bd.II: Tab., Abb.; 895 S. (mit Schutzumschlag).

(2) Alf Mintzel und Babara Wasner: Landesparlamentarismus in Bayern, in:

Siegfried Mielke/Werner Reutter (Hrsg.): Landesparlamentarismus. Geschichte – Struktur – Funktionen. 2., durchgesehene und aktualisierte Auflage. VS Verlag: Wiesbaden 2012, S. 105 – 142.

(3) Alf Mintzel: Geist von Kreuth, in:

Historisches Lexikon Bayerns, URL: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel_46066 (17.12.2012).

(4) Alf Mintzel: Frankenpost, in:

Historisches Lexikon Bayerns, URL: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel_46045  (25.03.2013).

(5) Alf Mintzel: Prominente Hofer im Schatten des Hakenkreuzes. Beispiele individueller Verstrickungen, in:

Miscellanea curiensia.  Beiträge zur Geschichte und Kultur Nordoberfrankens und angrenzender Regionen. Band X herausgegeben von Albrecht Bald, Karl Benker, Axel Herrmann und Walter Wirth. 65. Bericht des Nordoberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde e.V. Hof. Hof 2013, S. 171 – 214.

(6) Rezension: Katharina Frieb, Kirchenvisitation und Kommunikatuion.

Die Akten zu den Visitationen in der Kurpfalz unter Ludwig VI, (1576 - 1583). (im Erscheinen), in: Passauer Jahrbuch. Beiträge zu Geschichte, Geographie und Kultur Ostbaierns. LV/2013. Herausgegeben im Auftrag des Instituts für Kulturraumforschung Ostbaierns und der Nachbarregionen der Universität Passau.

(7) Alf Mintzel: Bayernkurier, in: Historisches Lexikon Bayerns
URL: http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/artikel/artikel_45931

(8) Alf Mintzel, Freimaurerei und Nationalsozialismus.

“Wenn die Barbarei ihre Fackel in die zivilisierte Welt schleudert...”. Die Hofer Loge “Zum Morgenstern”  und die “Gesetze der Menschlichkeit”, in: Archiv für Geschichte von Oberfranken, 93. Band, 2014 (im Erscheinen).

Inhaltsangaben/Kommentare

Zu (1) Alf Mintzel - Von der Schwarzen Kunst zur Druckindustrie.

Die vorliegenden Bände beschreiben die Gründung der Firma „Mintzel-Druck“ in Leipzig (1625) und ihre Führung in elf Generationen durch fünf Jahrhunderte in Leipzig (1625–1642), Hof/Saale (seit 1642) und in einer Nebenlinie in Bayreuth (1753–1762). In der Geschichte des ältesten Familienunternehmens Deutschlands in dieser Branche spiegeln sich die allgemeinen Entwicklungen des Druckerei-, Verlags- und Pressewesens wider: die Zeit der Handpresse, der „Schwarzen Kunst“, die Zeit des modernen industriellen Druckereibetriebes bis hin zu den neuen Kommunikations- und Drucktechnologien sowie die Zeiten vom Intelligenzblatt des 18. und 19. Jahrhunderts bis zur Tageszeitung unserer Tage. Die Hauptentwicklungsphasen decken sich mit dem Wechsel von der Drucker- und Verleger-Dynastie Mintzel (1625–1840) zur Drucker- und Verlegerfamilie Hoermann (seit 1844). In dichten Beschreibungen werden Schaffen und Schicksale der Firmeninhaber und ihrer Familien geschildert. Erfolg und Misserfolg, Hoffnungen, die sich manchmal nicht erfüllen, Ereignisse, die eine glückliche Wendung herbeiführen, Einquartierungen und Brände, Krankheit und Leid, der Tod von Kindern, Sorgen und Mühen – und immer ein arbeitsreiches Leben gehören zum Stoffdieser Firmengeschichte. In Band I bilden der Dreißigjährige Krieg und die Barockzeit Schwerpunkte der Darstellung. In Leipzig sind aus der Buchdruckerei Mintzel literaturgeschichtlich bedeutende Werke der Barockdichtung hervorgegangen. Der Gründer der Firma, Johann Albrecht Mintzel (1600–1653) gehört zu den frühen Zeitungsdruckern Deutschlands.

Auf der lokalen, regionalen, deutschlandweiten und auf der europäischen Ebene werden die verschiedenen historischen Kontexte und Großereignisse behandelt, welche vom Beginn des 17. Jahrhunderts bis zur Gegenwart das Familienunternehmen in Kriegs- und Friedenszeiten beeinflusst und die Geschicke der miteinander verwandten Drucker- und Verlegerfamilien Mintzel und Hoermann in elf Generationen geprägt haben. Literarische Ausflüge, Reportagen, kontrastierende Zeitreisen und Zeitsprünge heben die Firmengeschichte aus ihrer jeweils lokalen Situation heraus und führen in die Zeit- und Lebensumstände der Drucker- und Verlegerdynastie Mintzel/Hoermann hinein. Die Firma erlebt glorreiche Höhepunkte und ihre Existenz gefährdende Katastrophen. Sie muss von der Reichsgründung 1870/71 bis zur Finanz- und Wirtschaftskrise des beginnenden 21. Jahrhunderts wechselnde neue Herausforderungen bewältigen. Im Band II werden besonders die verhängnisvollen Rückwirkungen der NS-Zeit, des Zweiten Weltkrieges und der Nachkriegszeit auf die jüngere und jüngste Geschichte des Familienunternehmens dargestellt. Die Zeiten hoher Blüte und bürgerlichen Glanzes gehen in der Weimarer Republik ihrem Ende entgegen. Doch kommt es nach dem Zweiten Weltkrieg noch einmal zu einem hoffnungsvollen Wiederbeginn. Unternehmensgeschichte und Familiensaga werden zu einer gewerblichen und politischen Gesellschaftsgeschichte verwoben. In diesem Sinn hebt sich die Darstellung exemplarisch von anderen Firmengeschichten ab. Die Geschichte der Buchdruckerei Mintzel und ihres Zeitungsverlages ist immer zugleich ein Stück Kultur- und Gewerbegeschichte der Städte Leipzig, Hof/Saale und Bayreuth.

Besprechungen in Wissenschaft und Medien finden Sie hier.

Schlagwörter:
Kultur- und Gewerbeschichte der Städte Leipzig, Hof/Saale und Bayreuth - Dreißigjähriger Krieg - Markgrafentum Bayreuth - Geschichte der Drucktechniken - Berufsgeschichte des Drucker- und Setzerhandwerks sowie der Verlegerrolle - Soziale Netzwerke der Handwerke - Bildungsbürgertum/ Wirtschaftsbürgertum - Aufklärung und Entstehunng einer bürgerlich-politischen Öffentlichkeit - Revolutionsjahre 1948/49 - Familie als mentale und materielle Solidar- und Versorgungsgemeinschaft - Freinmauerer und ihre Logen- Juden in Oberfranken - Erster und Zweiter Weltkrieg - Hitler-Putsch 1923 - Nationalsozialistische Pressepolitik - Entnazifizierung - Altverleger versus Lizenzträger 1945/49 - Medienkrise zu Beginn des 21. Jahrhuderts.

Fachgebiete:
Wirtschafts- und Sozialgeschichte - Politische Geschichte und Politische Zeitgeschichte - Deutsche Literarturgeschichte des 17., 18. und 19.Jahrhunderts - Zeitungswissenschaft/ deutsche Pressegeschichte - Bayerische Landesgeschichte  - Bibliothekswissenschaften - Historische Familienforschung - Fränkische Familienkunde - interdisziplinäre Generationsforschung - Biografieforschung.

Zu (5): Prominente Hofer im Schatten des Hakenkreuzes:

Individuelle politische Verstrickungen werden an den Beispielen von fünf Mitgliedern der damaligen Stadtelite Hofs aufgezeigt und analysiert: an  dem politischen Wirken von Dr. Friedrich Ebert (1882 – 1971), Dr. Ernst Dietlein (1884 – 1955), Dr. Eduard Herold (1885 – 1955), Karl Roeder (1890 – 1975) und  an dem von  Wilhelm Heerdegen (1891 – 1965).

Die Mechanismen individueller und kollektiver Verdrängung, Verdrehung und Instrumentalisierung von Vergangenheit waren nach 1945 in extrem hohen Maße wirkkräftig.  Abermillionen Mitläufer und mitträger des NS-Regimes gaben sich nach dem Ende des “Dritten Reiches” als Gegner und sogar als “Opfer” des Nationalsozialismus aus. Sie seien “nur” aus Gründen der Tarnung und Täuschung, wegen bürokratisch-formaler  Bestimmungen, gezwungenermaßen oder aus edelsten Motiven dabei gewesen. Sie betrieben Schönfärberei, um sich zu entschuldigen. Wer wollte schon, nachdem das mörderische Regime Deutschland in die Katastrophe geführt hatte , sein Gesicht verlieren? Viele nationalliberal gesinnte Bildungsbürger fielen  der nationalsozialistischen Ideologie und Propaganda anheim, obschon sie der NS-Weltanschauung  und Praxis nicht in jeder Hinsicht vollzugestimmt haben mochten. Es passierte rasch, dass man aus angeblich “bester Gesinnung” in die barbarische Ideologie abrutschte und zum Helfershelfer der Nazis wurde. Diese Formen der Anpassung, des Abrutschens und des halben und ganzen Mitmachens waren  ein verhängnisvolles Mitläufertum.
Nach allem, was wir über die Fünf wissen und bisher in Erfahrung gebracht haben, scheint auf sie Folgendes, wenngleich mit individuellen Varianten und Abstufungen,  zuzutreffen: Die Fünf waren keine überzeugten und engagierten Demokraten. Sie waren einer parteienstaatlich verfassten parlamentarischen Demokratie abhold, sie unterstützten nicht die Weimarer Republik, sondern trugen mit ihrer Gesinnung und Haltung vielmehr zu deren Untergang bei. Sie befürworteten ein autoritäres Regime und wurden willentlich oder situativ zu Steigbügelhaltern der Nationalsozialisten.

Frankenpost vom 24.05.2013: “Historie der Region auf 288 Seiten”. Autorin: Christine Wild.

“Den neuesten Band der <Miscellanea curiensia> präsentiert im historischen Ambiente der Ratsstuben im Hofer Rathaus Dr. Arnd Kluge, Leiter des Hofer Stadtarchivs und erster Vorsitzender des Nordoberfränkischen Vereins für Natur-, Geschichts- und Landeskunde, zusammen mit Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner. Der Oberbürgermeister bedankte sich für die ganze Reihe an interessanten Beiträgen, die, wie er betonte, <weit über das allgemeine Interesse hinausreichen>. Sein besonderer Dank galt neben den Autoren dem Langnamenverein, der den umfangreichen zehnten Band zur Geschichte und Kultur Nordoberfrankens und angrenzender Regionen herausgegeben hat [...]
< Für am meisten Furore dürfte der Beitrag von Alf Mintzel sorgen>, mutmaßte Kluge in seiner Vorstellungsrunde: Er befasst sich, als Frucht seines zweibändigen Werks über die Hofer Familien Mintzel und Hörmann, das er vor etwa zwei Jahren präsentiert hat, noch einmal mit der Verstrickung prominenter Hofer in den Nationalsozialismus.”